Zum Hauptinhalt springen

Auf Initiative von Hanna Smitmans entstand im Wennfelder Garten das zeitlich befristete "Nachbarschafts-Kunsthaus" - bis zum endgültigen Abriss der Häuser. Kunstschaffende (und) Nachbar:innen mit vielfältigen Lebensrealitäten und -visonen beschäftigten sich mit dem Thema „Wie wollen wir leben? Was ist das Gute Leben?“ (in welchem Haus, in welcher Nachbarschaft, in welcher Stadt, in was für einer Welt, unter welchen Bedingungen?). Im Spätsommer 2020 war das WennfeldHaus in der Eisenhutstraße 50 vier Wochen lang Ort für nachbarschaftliche Treffen und künstlerische Aktivitäten.

Kooperationspartner:innen waren Schnittstelle e.V., Kultur im Französischen Viertel e.V. sowie viele Einzelpersonen. Unterstützt wurde das Projekt von der Universitätsstadt Tübingen und dem Innovationfonds Kunst (Ministerium für Kunst, Wissenschaft und Forschung des Landes Baden-Württemberg), sowie möglich gemacht durch GWG und GSW.

Erasmus+ ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Seine Mittelausstattung von 14,7 Milliarden Euro ermöglicht es mehr als vier Millionen Europäer:innen im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten.

Mit dem Motto des Projekts "Zum Reisen einladen, zum Träumen ermutigen, zum Handeln anregen" sollen junge Menschen Einblicke in die sehr unterschiedlichen Formen des gemeinschaftlichen Wohnens erhalten. Die Werte der Geselligkeit, der sozialen Bindungen, der Partizipation, der Solidarität, der Akzeptanz des Anderen und des Teilens stehen im Mittelpunkt der mit dem Thema verbundenen Bildungsfragen.

Angestoßen wurde das von von September 2018 bis August 2020 laufende Projekt vom französischen Verein MALTAE  (Mémoire A Lire, Territoire à l’Ecoute = die Erinnerung lesen, der Landschaft zuhören), der auch für die Organisation und Durchführung verantwortlich ist. Am Projekt beteiligt sind Einrichtungen aus Deutschland, Belgien, Frankreich, die Niederlande und Polen mit insgesamt 7 Partnern. Im Bereich des Wohnens und Lebens gehörte dazu in Deutschland zu Projektbeginn das Deutsch-Französische Kulturinstitut in Tübingen, 2019 ist das Werksthaus in das Projekt eingestiegen.

Zum Projekt gehören unter anderem

  • ein Leitfaden für Workshops  zur Vor- und Nachbereitung für die geplanten Reisen und Besichtigungen vor Ort mit Schülern und Auszubildenden,
  • eine Aktionsforschung - Umfrage zum Thema "Wohnen von Jugendlichen" in Europa,
  • ein Film mit dem Titel "Back to Site ", der die  Erfahrungen mit gemeinschaftlich organisierten Lebensräumen in den Jahren 1970-1980 aufbereitet und sie mit einem Rückblick auf ein halbes Jahrhundert bewertet,
  • ein Fotoausstellung als Bilddatenbank des Projekts,
  • eine Materialbibliothek über partizipatorisches Wohnen in Europa,
  • eine Toolbox mit Vorschlägen für pädagogische Aktivitäten,
  • die Ausarbeitung virtueller Reiserouten zu den Beispielorten.

In Tübingen fand im Rahmen des Projekts im Dezember 2018  ein Treffen deutscher, französischer  und polnischer Lehrer:innen statt, Themen waren Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Schwerpunkten "Morgen anders zusammenleben" und "Nachhaltige Entwicklung". Schüler:innen des Kepler-Gymnasium setzten sich mit ihren Wunschvorstellungen zum zukünftigen Leben auseinander. Dabei wurde deutlich, dass das Tübinger Modell der Baugruppen unbekannt war, eine gute Vorlage für den im Mai 2020 im Werkstadthaus geplanten Workshop. Leider musste diese Veranstaltung dann wegen Corona entfallen.

Ebenfalls im Dezember 2018 machten Experten einen städtebaulichen Rundgang zum Thema Baugruppen in den Quartieren Loretto und Frz. Viertel. Bilder dieses Rundgangs sind Teil der Photoausstellung über die im Projekt besuchten Beispiele.

Im Werkstadthaus wurde als Beitrag zum Erasmus-Projekt ein Rundgang mit 6 Blickpunkten im Französischen Viertel erstellt, der zum Selbsterkunden der Besonderheiten dieses Stadtquartiers einlädt. Am 10. September 2020 wurden die Fotoausstellung und der Rundgang im Werkstadthaus vorgestellt.

Weitergehende Informationen zum  Projekt „Cooper‘actif  finden sich auf der Internetseite http://habitat-cooperactif.eu

Übereinander, untereinander, nebeneinander, miteinander? Wie leben wir eigentlich in der Nachbarschaft miteinander? Und: Wie wollen wir miteinander leben?

Das vom Werkstadthaus initiierte Projekt "Vokabular des Miteinanders" stellte die Nachbarschaft im Französischen Viertel, dem Wennfelder Garten, den Wagenburgen und dem Drei-Höfe-Quartier in den Fokus. Nachbarschaft ist vielfältig und einmalig. Sie hat verschiedene Sprachen, verschiedene Vorlieben, verschiedene Lebenszusammenhänge: ein Experimentierfeld zum Reden, Verstehen und gemeinsam Handeln. Denn Nachbarschaft lebt von Begegnungen - freiwillig, neugierig und freudig. Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, eine Stadtteilzeitung in´s Leben gerufen, konfliktbehaftete Themen wie Mobilität und Parken im Französischen Viertel bearbeitet und nicht zuletzt Geschichten erzählt ("Utopien von nebenan - 19 Geschichten aus dem Tübinger Süden", 2020).

Das dreijährige Projekt wurde von der Baden-Württemberg Stiftung im Programm „Vielfalt gefällt - Orte des Miteinanders“ und der Universitätsstadt Tübingen gefördert. Kooperationspartner:innen waren: Bürgertreff NaSe, Stadtmuseum Tübingen, Maison Mondiale/Arbeitskreis Flüchtlingshilfe im Französischen Viertel, Stiftung Weltethos, Raban Buchcafé, Playback-Theater Tübingen, Freundeskreis Mensch und Einzelpersonen.

Um das Projekt etwas konkreter erfahrbar zu machen, hier ein paar Highlights aus dem letzten Projektjahr im Detail:

  • Von Januar bis Juli 2019 fand wöchentlich außer in den Schulferien der „gesellige Feierabend“ statt. Hier kamen Nachbar*innen des sehr heterogenen Drei-Höfe-Quartiers miteinander in lockerer Runde ins Gespräch. Gemeinsam mit dem Team des Vokabulars des Miteinanders stellten sie den „Tag der Nachbarschaft“ am 24. Mai 2019 auf die Beine. Sozialbürgermeisterin Dr. Daniela Harsch sprach im Innenhof des Drei-Höfe-Quartiers die Grußworte.
  • Seit März 2019 steht in der Aixer Straße eine Mitfahrbank. Sie ist das erfolgreiche Ergebnis der Arbeit einer Nachbarschaftsgruppe rund um das Konfliktthema Verkehr im Französischen Viertel. Das Thema Verkehr behandelt auch ein Flyer in Kooperation mit der Stadt Tübingen, der Besucher:innen des Französischen Viertels nun auf die spezielle Parksituation aufmerksam macht. Auch dieser soll dem besseren Miteinander dienen.
  • Der letzte Arbeitsschwerpunkt des Projekts war das Begrüßungspäckchen von Nachbar:innen für Nachbar:innen: Das Hallo-Päckle ist ein Begrüßungspäckcken von „eingesessenen“ Nachbar:innen für Neuzugezogene. Es enthält viele liebevoll und kreativ gestaltete Informationen zum Leben in der Südstadt. Alle, die eine:n neue:n Nachbar:in begrüßen möchten, können das Päckchen in sieben Einrichtungen in der Südstadt kostenfrei abholen: Werkstadthaus, Bürgertreff NaSe, Familienzentrum elkiko, Gemeindehaus Eberhardskirche, Gemeindehaus St. Michael, Grundschule Hügelschule und Gemeinschaftsschule Französische Schule (Büro Schulsozialarbeit). Am 21. März 2019 fand der Auftakt von Hallo-Päckle mit Beteiligung von Kooperationspartnern und Schüler:innen der Französischen Schule statt.
  • In den Sommerferien fanden im Mobilen Wohnzimmer (Stadtmuseum-Projekt) auf dem Französischen Platz gesellige Feierabende statt. In lockerer Runde wurde über nachbarschaftliche Themen diskutiert.
  • Mit den letzten zwei Ausgaben der Stadtteilzeitung „Miteinander“ (Januar 2019 und Dezember 2019) ging das erfolgreiche Konzept der Zeitung zu Ende.