Jubiläumsjahr 2017: 15 Jahre Werkstadthaus

Was war?

"Die öffentliche Werkstatt bietet Räume, Werkzeug und Anleitung für handwerkliche, soziale und kulturelle Eigenarbeit, ist nicht nur Haus- und Nachbarschaftswerkstatt, sondern ein Angebot für das ganze Viertel und darüber hinaus. Vision ist, dass die Werkstatt zum Treffpunkt, Kommunikationsort, Pausenraum, Beratungsraum, Veranstaltungsraum … für den neuen Stadtteil wird, dass sie ersetzt, was sonst in Städten verloren geht, den Platz am Brunnen."

Dieses Zitat aus der Projektbeschreibung entstammt der Zeit, als das Werkstadthaus lediglich als Quader im Plan des Französischen Viertels aufschien. Von Platz oder gar Brunnen war damals, kurz vor der Jahrtausendwende, nichts zu sehen. Aber das Werkstadthaus, zunächst eine Vision von Wenigen, sollte alsbald Realität werden. Und mit ihm eine Idee, die als gesellschaftliches Experimentierfeld Kopf und Hand, Sinne und Verstand, Groß und Klein, Alt und Jung, Neu- und Alttübinger gleich welcher Nationalität verbindet.

Was ist?

In den vergangenen 15 Jahren ist das Werkstadthaus tatsächlich zu einem großen, lebendigen Platz am Brunnen geworden – und strahlt längst über das Französische Viertel hinaus. Durch das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen hat es sich immer weiter entwickelt. So ist das Werkstadthaus, hinter dem der Verein „Werkstatt für Eigenarbeit e.V.“ steht, längst auch ein offizieller Stadtteiltreff für Tübingens Süden. Das Werkstadthaus setzt neue Impulse und ermöglicht Projekte, die auf Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung und Zukunftsfähigkeit basieren. Kurzum: Die ursprüngliche Idee des Werkstadthauses ist heute real – und in gewisser Weise etabliert. Doch mit der Normalität verändert sich auch die Wahrnehmung. Viele NutzerInnen verstehen das Angebot als kostengünstiges, stets verfügbares Dienstleistungsangebot, losgelöst von politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Dimensionen des Projektes. Bleiben die ursprünglichen Intentionen schleichend auf der Strecke?

Was wird?

Begeben wir uns also in die nächste Runde – denken wir über das nach, was das Werkstadthaus bis heute ausmacht, was es künftig sein könnte – oder sein sollte. So wird das Jubiläum nicht nur ein retrospektives Event sein, sondern vor allem den Blick nach vorne richten, Visionen prüfen und den Kurs für die nächsten zehn Jahre aufzeigen. Dazu laden wir alle Mitglieder des Vereins, die ehrenamtlich Aktiven, die NutzerInnen und alle anderen Interessierten ein, mitzudenken, mitzudiskutieren, gerne auch mitzuträumen. Damit dies gelingt, berichten acht ImpulsgeberInnen in Workshops über unterschiedliche Aspekte, die den Kurs unseres Projektes Werkstadthaus beeinflussen können.

Und dann wird gefeiert!

Selbstverständlich gehört auch das zum Jubiläum: Ein rauschendes Fest zur besten Herbstzeit! Mit Musik, Speis und Trank, lockeren Gesprächen, guter Laune und neuen Ideen im Hinterkopf. Was auch sonst.

Die nächsten Termine

07 Oktober 15:00
Achtung Utopie! Urbane Freiräume als Keimzellen...
21 Oktober 15:00
Jubiläumsfest 15 Jahre Werkstadthaus

Kommendes Programm

4 Geldfreier leben – Wege in ein neues Miteinander

Samstag, 13. Mai 2017, 15-18 Uhr, Werkstadthaus, Eintritt frei Mit Tobi Rosswog, Living Utopia & Bildungskollektiv, Mainz Tobi Rosswog erzählt aus den zweieinhalb Jahren Erfahrung seines geldfreien Lebens. Ein Leben...[mehr]


5 Vokabular des Miteinander - Ein Experiment zum Mitmachen

Sonntag, 2. Juli 2017, 11-13 Uhr, Werkstadthaus, Eintritt frei Mit Qin Hu und Angela Reicherter, Werkstadthaus Seit November 2016 läuft im Werkstadthaus das Projekt „Vokabular des Miteinanders“. Das Projekt ist auf...[mehr]


6 Achtung Utopie! Urbane Freiräume als Keimzellen einer l(i)ebenswerten Stadt von morgen.

Samstag, 7. Oktober, 15-18 Uhr, Werkstadthaus, Eintritt frei Mit Marga Leuthe und Maria Trunk, Institut für angewandte Heterotopie, Nürnberg Was ist meine Vision vom künftigen Miteinander in der Stadt Tübingen? Welche Orte...[mehr]


Zu guter Letzt: Jubiläumsfest 15 Jahre Werkstadthaus

Samstag, 21. Oktober 2017, ab 15 Uhr, Werkstadthaus Jubiläumsfest 15 Jahre Werkstadthaus - mit ganz vielen netten Menschen :-) Weitere Infos folgen...[mehr]


Rückblick

1 Was ist eigentlich ein Stadtteiltreff? (21.1.17)

Stadtteiltreffs sind partizipativ, inklusiv, neutral, generationenüber-greifend und vernetzend. Sie sind Orte der Bildung, der (Selbst-)Hilfe, der Begegnung und haben einen Stadtteilbezug. Hier geht´s zur vollständigen Präsentation von Claudia Stöckl.

2 Nachhaltiges Handeln im Alltag (18.2.17)

Was wir brauchen ist eine dialektische Transformation: keine Privatisierung der Nachhaltigkeit, aber trotzdem persönlich gelebte Utopien... > Zum Vortrag von Thomas Potthast über Grundlagen der nachhaltigen Entwicklung, die "Sustainable Development Goals" der Vereinten Nationen und die Transformation des Wachstumdenkens.